Posted by admin | Posted in Allgemein | Posted on 17-01-2012
Schlagwörter: globalisierung, neophyten, neozoen, Ziegen
Die Wissenschaft hat mittlerweile das Problem der Neozoen erkannt. Wissenschaftliche Untersuchungen schätzen die Zahl der Neozoen in Deutschland auf etwa 2.000 Arten – weit mehr, als man ursprünglich angenommen hatte. Davon sind 262 bereits etabliert. Dabei verschwinden manche Neozoen auch, wenn sie keine guten Bedingungen vorfinden. Andere jedoch finden optimale Bedingungen vor und breiten sich aus. Das Bundesministerium für Umwelt hat eine entsprechende Untersuchung vorgenommen und ist zu der erschreckenden Kenntnis gekommen, dass tatsächlich nicht-heimische Tiere in weitaus größerer Zahl vorhanden sind, als ursprünglich angenommen. Als Gründe werden der Klimawandel, die steigende Mobilität und die Einschleppung von Tieren durch Urlauber genannt. Als Lösung werden noch sorgfältigere Kontrollen angemahnt. Dies gilt insbesondere für Reisende und für den Frachtverkehr, weil sich Neozoen gerne in Frachtgut verstecken und so unbesehen ins Land gelangen. Dies ist auch einer der Gründe, warum das hartnäckige Gerücht kursiert, der Hamburger Hafen beheimate die meisten Skorpionarten weltweit, weil diese Tiere als sehr zäh gelten und auch im rauen Klima des Nordens überleben können. Durch Desinfektion und Quarantäne soll die weitere Einschleppung von Neozoen insbesondere durch Frachtgut verhindert werden. Auf der anderen Seite gilt es die Arten einzudämmen, die als Schädlinge bereits aufgefallen sind, wobei das Motto gilt: Prävention vor Intervention. Dies sind die Forderungen der Untersuchung des Bundesministeriums für Umwelt nach einer umfassenden Untersuchung des derzeitigen Bestands. Das Phänomen der Neozoen ist also keinesfalls zu unterschätzen, wie auch der Naturschutzbund, der ebenfalls Untersuchungen vornimmt, anmahnt. Im Jahr 2000 organisierte der Naturschutzbund eigens eine Tagung zum Thema Neozoen und Neophyten, den Entsprechungen im Pflanzenreich.
